Evangelische Kirche:Dieser Rücktritt ist traurig, aber richtig

Evangelische Kirche: Annette Kurschus bei ihrer Rücktrittserklärung am Montag in Bielefeld.

Annette Kurschus bei ihrer Rücktrittserklärung am Montag in Bielefeld.

(Foto: Christoph Reichwein/dpa)

Annette Kurschus ist kein Kardinal Woelki der Protestanten. Doch ihr Umgang mit Missbrauchsvorwürfen war eben nicht vertrauensbildend. Gut, dass sie die Konsequenz gezogen hat.

Kommentar von Johan Schloemann

Protestantinnen und Protestanten sind Fachleute für Bekenntnisse, für Selbstprüfungen. Sie sei mit Gott und sich im Reinen, sagte Deutschlands oberste Protestantin Annette Kurschus jetzt, als sie überraschend zurücktrat, von ihren beiden Ämtern als Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche und als Präses ihrer westfälischen Heimatkirche. Um aber die Aufklärung von sexuellen Übergriffen in kirchlichen Einrichtungen und die Glaubwürdigkeit insgesamt nicht zu beschädigen, so Kurschus, räumt sie ihren Posten. Es ist der zweite Rücktritt aus dem Amt nach Margot Käßmann und ihrer alkoholisierten Autofahrt im Jahr 2010.

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