Es lohnt sich, diesen Spruch einer amerikanischen Bundesrichterin aus Philadelphia, der Stadt, in der einst sowohl die Unabhängigkeitserklärung als auch die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet wurden, im Wortlaut anzuführen: „Als ob das Ministerium für Wahrheit aus George Orwells ‚1984‘ mit seinem Motto ‚Unwissenheit ist Stärke‘ nun tatsächlich existieren würde“, schreibt Richterin Cynthia Rufe in einer einstweiligen Verfügung, mit der die Verwaltung der amerikanischen Nationalparks verpflichtet wird, ein paar Schautafeln wieder aufzustellen, „wird dieses Gericht nun aufgefordert zu entscheiden, ob die Bundesregierung die Befugnis hat, historische Wahrheiten zu verschleiern und zu verfälschen.“ Die rhetorische Frage wird mit einer keinen Raum für Zweifel lassenden Lakonie beantwortet: „Das hat sie nicht.“
MeinungUSAErst eine mutige Richterin verhindert Trumps Geschichtsklitterei

Kommentar von Reymer Klüver
Lesezeit: 2 Min.

Beim Rechtsstreit um die Erinnerung an die Zeit der Sklaverei geht es um mehr als um ein paar historische Tafeln – nämlich um Amerikas Selbstverständnis.

Ausstellung zu George Washington:Richterin: Trump-Regierung muss Hinweise auf Sklaverei zulassen
Die Trump-Regierung darf historische Wahrheiten nicht verschleiern oder verfälschen, stellt eine Bundesrichterin fest – und zitiert aus „1984“. Die Manipulation einer Ausstellung in Philadelphia muss rückgängig gemacht werden. Vorerst zumindest.
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