Vermögen:Es ist Zeit für einen großen Gerechtigkeits-Check

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Vermögen: Und jetzt gehören diese Küche und dieses Haus uns - sofern man aus begütertem Hause stammt.

Und jetzt gehören diese Küche und dieses Haus uns - sofern man aus begütertem Hause stammt.

(Foto: IMAGO/Maskot/IMAGO/MASKOT)

Der Adel ist abgeschafft. Der Geldadel aber lebt und gedeiht. Dies bewirkt das Erbschaftsteuerrecht: Je größer das Erbe, desto kleiner die Steuer.

Kolumne von Heribert Prantl

Der Erbe hat zwei natürliche Feinde: Erstens die Miterben, die ihm sein Erbe streitig machen. Zweitens den Staat und seine Erbschaftsteuer. Die Erbschaftsteuer trifft das Vermögen zu einem Zeitpunkt, zu dem es seinen bisherigen Hüter verloren und der neue Erwerber es noch nicht richtig im Griff hat. Diesen psychologisch günstigen Zeitpunkt hat erstmals der römische Kaiser Augustus ausgenutzt, der die Erbschaftsteuer einführte, um sein Heer zu finanzieren. Sich ihr zu entwinden, ist Ziel juristischer Kunstfertigkeit - sei es, dass Vermögen schon zu Lebzeiten verschenkt wird; sei es, dass eine Stiftung gegründet wird; sei es, dass auf sonstige Weise Steuerbefreiung oder Steuerverschonung erwirkt wird.

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