Chile:Gewalt von gestern

Chile: Der Präsident und sein Henker: Salvador Allende, links daneben General Augusto Pinochet, drei Wochen vor dem Putsch am 11. September 1973, in dessen Verlauf sich Allende das Leben nahm.

Der Präsident und sein Henker: Salvador Allende, links daneben General Augusto Pinochet, drei Wochen vor dem Putsch am 11. September 1973, in dessen Verlauf sich Allende das Leben nahm.

(Foto: AFP)

Vor genau 50 Jahren putschte sich in Santiago de Chile der Diktator Pinochet an die Macht. Und heute? Wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas gehört die Verharmlosung des Terrors inzwischen zum politischen Geschäft.

Kommentar von Christoph Gurk

Víctor Jara ist ein gutes Beispiel. Anfang der 70er-Jahre war der Chilene einer von Lateinamerikas wichtigsten Folkmusikern. Zu gezupften Gitarrenakkorden sang er über Arbeiter, Arme und eine gerechtere Welt. Als 1970 der Sozialist Salvador Allende in Chile die Wahlen gewann, war Jara einer seiner größten Unterstützer. Und als dann drei Jahre später, am 11. September 1973, das Militär putschte, war er auch eines der ersten Opfer der Diktatur. Jara wurde verhaftet und gefoltert, man brach ihm seine Hände und durchsiebte ihn mit Kugeln.

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