Kolumne:Triumph der Narrheit

Lesezeit: 4 min

Ausstellung Rotterdam

Der große Humanist und Europäer kann sich nicht mehr dagegen wehren, dass die AfD sich seines Namens bemächtigt: Desiderius Erasmus im Gemälde von Hans Holbein.

(Foto: Museum Boijmans Van Beuningen/picture-alliance/dpa)

Soll die Desiderius-Erasmus-Stiftung der AfD rund 70 Millionen Euro bekommen? Wird neobraune Bildungsarbeit also künftig mit Staatsgeld gefördert? Vom Elend der Gesetzlosigkeit.

Von Heribert Prantl

Erasmus von Rotterdam ist im Jahr 1536 gestorben. Der große Humanist und Europäer kann sich nicht mehr dagegen wehren, dass die AfD sich, fast fünfhundert Jahre später, seines Namens bemächtigt und die Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) 2018 zu ihrer Parteistiftung gemacht hat. Die Rechtsaußenpartei will auf diese Weise einer inhumanen Politik einen noblen Anstrich geben. Das ist Erbschleicherei. Ausgerechnet der Name Desiderius Erasmus soll für eine Ausländer-raus-Politik herhalten, für eine Politik der Menschenfeindlichkeit, die die Gleichberechtigung als Gender-Wahn und die Homo-Ehe als Verirrung verurteilt. Eine Politik gegen Europa, gegen Flüchtlinge und Einwanderer.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
SZ-Magazin
Frauen
»Ich finde die Klischees über Feministinnen zum Kotzen«
Trainer practicing squats with male and female clients in park; Sport Fitness Ernährung
Gesundheit
"Wer abnehmen möchte, sollte das nicht allein über Sport versuchen"
Interview mit Sido
"Mein Problem war selbst für die Profis relativ neu"
Geheimdienste im Ukraine-Krieg
An der unsichtbaren Front
SZ-Magazin
Patti Smith im Interview
"Ich gehe mit den Verstorbenen, die ich liebe, durchs Leben"
Zur SZ-Startseite