Die Vorstellung von den umstürzenden Dominosteinen war vermutlich eines der wirkmächtigsten Bilder der Politik in den vergangenen Jahrzehnten. Die US-Regierung hatte es Mitte des 20. Jahrhunderts auch mit Blick auf Lateinamerika in die Kalte-Kriegs-Welt gesetzt. Ein Staat nach dem anderen würde demnach an die Kommunisten fallen, wenn die USA nicht intervenierten. Die sogenannte Domino-Theorie blieb genau das: Theorie. Stattdessen ist auf dem Subkontinent nun die Domino-Realität zu beobachten – ein Staat nach dem anderen gerät in die Hände der extremen Rechten. Mit dem Wahlsieg von Abelardo de la Espriella in Kolumbien wird es dunkel in Lateinamerika.
MeinungKolumbienDie Populisten nutzen die Angst vor der überbordenden Kriminalität

Kommentar von Jan Heidtmann, Buenos Aires
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Mit dem Sieg des Präsidentschaftskandidaten Abelardo de la Espriella fällt das nächste Land Lateinamerikas an die extreme Rechte. Die arbeitet seit Jahren daran, den Kontinent zu übernehmen.
