Kölner SilvesternachtEin Satz fehlt

Gut, dass Laschet sich im Namen des Staates bei den Opfern entschuldigt. Aber was er zu den Tätern sagt, birgt die Gefahr der Pauschalisierung.

Von Detlef Esslinger

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Manchmal muss der Staat Gesten zeigen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat am Dienstag die Opfer der Kölner Silvesternacht von 2015 um Verzeihung dafür gebeten, dass der Staat sie damals nicht beschützt hat. Der CDU-Politiker Laschet führte zu der Zeit die Opposition an. Er kann nichts dafür, dass die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) so schwer in die Gänge kam. Es waren CDU und FDP, die im Januar 2016 jene Landtagssitzung durchsetzten, in der Kraft endlich angemessen auftrat.

Eine Bitte um Verzeihung bedeutet aber auch eine Verpflichtung: erstens, dass der Staat etwas für Sicherheit und Sicherheitsgefühl tut. Laschet erwähnt den Ausbau der Polizei um 500 Kräfte pro Jahr; auch die Opferschutzbeauftragte führt er an. Zweitens aber hat der Staat auch Verantwortung für diejenigen, die auf andere Art zu Opfern dieses Silvesters wurden, junge Männer mit nordafrikanischem Aussehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Mohammed, Eltern aus Marokko, von der Polizei kontrolliert wird, einfach so - sie ist seitdem noch größer als die, dass dies Philipp, Eltern aus Köln-Lindenthal, widerfährt. Laschet sagt, es seien "junge Männer, vornehmlich aus den Maghreb-Staaten", gewesen. Danach wäre ein Satz fällig, der vor jeder Pauschalierung warnt. Der kommt aber nicht.

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