In Deutschland laufen so viele Menschen mit künstlichen Knien herum wie wohl nirgends sonst: Womöglich, so der Verdacht, obwohl die Operationen nicht immer nötig sind. Künftig sollen Patienten deshalb vor dem Eingriff noch einen zweiten Arzt aufsuchen müssen. Denn sein Knie sollte niemand leichtfertig hergeben. Es ist ein Wunder der Mechanik und noch dazu das größte Gelenk, das ein Mensch besitzt. Jahrzehntelang tut es mit beeindruckender Perfektion seinen Dienst: trägt den Körper und verschafft ihm faszinierende Mobilität vom Dribbeln bis zum Charleston. Drei Knochen und zwei Sehnen arbeiten dabei mit Bändern und Muskeln zusammen, stets gut geschmiert und durch Knorpel abgepuffert. Doch etwa ab der Mitte des Lebens leidet jeder dritte Mann und jede zweite Frau an Schmerzen im Knie, meist wegen Knorpelverschleiß, der Arthrose. Überanspruchung, akute Verletzungen, zu schwache Stützmuskulatur, zu wenig Bewegung und Übergewicht zwingen die Knie dann in die Knie. Schmerzmittel, Schonung, Krafttraining und Knorpelaufbau helfen, allerdings nicht immer ausreichend. Dann wächst die Sehnsucht nach einem künstlichen Knie. Es ist ja schon auch ein Wunder der Mechanik.
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Es ist ein Wunder der Mechanik und das größte Gelenk des Menschen. Deswegen sollte es auch niemand leichtfertig gegen die künstliche Variante austauschen.
Von Christina Berndt
