Süddeutsche Zeitung

Klimakrise:In Zeitnot

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Auch 2020 war wieder viel zu heiß, weltweit und in Deutschland. Die Chancen für Erfolge im Klimaschutz sind gut, aber man muss sie auch nutzen - jetzt.

Von Marlene Weiß

Es ist wenig überraschend, dass auch 2020 laut dem Deutschen Wetterdienst wieder viel wärmer war als das langjährige Mittel, das zweitwärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen. Man fühlte es ja: Auf einen warmen Winter folgten ein warmes Frühjahr, ein warmer Sommer und ein warmer Herbst, und am erschreckendsten ist vielleicht, wie normal sich das schon anfühlt. Weltweit war das Jahr wohl ähnlich warm wie das von einem starken El Niño aufgeheizte Rekordjahr 2016. Das nächste Exemplar dieses globalen Klimaphänomens wird kommen und könnte den Temperaturanstieg noch näher an die 1,5 Grad treiben.

Die Welt war in diesem Jahr vor allem mit der Pandemie beschäftigt, verständlicherweise. Aber das ändert nichts daran, dass auch die zweite globale Katastrophe, die Klimakrise, nicht von allein verschwinden wird. Die Konjunkturpakete hätten Chancen geboten, ökologischer aus der Krise zu kommen, als man hineingegangen ist. Viel zu oft wurden sie bereits vertan - auch hierzulande, etwa mit der Rettung der Lufthansa ohne Klima-Auflagen.

In jüngster Zeit sind Dinge passiert, die man noch vor wenigen Jahren kaum zu hoffen gewagt hätte. Viele große Staaten, darunter selbst China, wollen klimaneutral werden, die EU hat ein deutlich schärferes Klimaziel für 2030 beschlossen, Erneuerbare Energien sind günstig wie nie. Die Chancen, das Klima zu stabilisieren, stehen so gut wie seit Jahrzehnten nicht. Aber die Zeit drängt, mit jedem neuen Temperaturrekord noch mehr.

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