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Klimapolitik:Machtfragen

China und die USA wollen im Klimaschutz endlich wieder enger kooperieren. Was sie treibt, ist aber nicht die Sorge um den Planeten allein.

Von Michael Bauchmüller

Kooperation ist alles im Klimaschutz. Einzelne werden die Krise nicht aufhalten, so wenig wie eine Handvoll vernünftiger Staaten. Wenn es noch etwas werden soll mit dem Kampf gegen eine heiße Welt, dann braucht es alle - und in der ersten Reihe diejenigen, die am meisten für den Klimawandel können. Das macht jenen kurzen Text so wichtig, auf den sich die Unterhändler Chinas und der USA geeinigt haben: Beide Länder lassen ihre Zusammenarbeit gegen die Klimakrise wieder aufleben, sie fordern "Ernst und Eile". Das war überfällig.

Ihr Motiv freilich ist längst nicht nur die Rettung des Planeten. Peking und Washington geht es um Macht und Märkte. Klimawandel und Klimapolitik sind auf dem Weg, zu den bestimmenden Größen des künftigen Wirtschaftens zu werden. In dem Maße, in dem sich die Erderhitzung verschärft, beschleunigt sich der Wandel der Weltwirtschaft. Und die Regeln im Kampf gegen diese Erhitzung bestimmen letztlich über Gewinner und Verlierer im globalen Wettbewerb. Da wollen beide, China und die USA, mitreden.

An dieser Motivation ist nichts Schlechtes - wenn sie denn den Umbau der Wirtschaft tatsächlich vorantreibt. Beide - China mit seiner Kohle, die USA mit ihrem Öl- und Gasboom - haben da einiges vor sich. Ernst und Eile müssen sie erst noch beweisen.

© SZ
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