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Erderwärmung:Taktik der Verzögerer

Armin Laschet sorgt sich offenbar mehr um den Urlaub auf Mallorca als um die Gefahren des Klimawandels.

Von Thomas Hummel

Armin Laschet bangt um den Urlaub für Familien, 70 Euro mehr für einen Mallorca-Flug könnten diesen Traum beenden, sagt der CDU-Kanzlerkandidat. Es ist die typische Art, wie man Klimaschutz verschleppt und verhindert: Man greift sich Einzelmaßnahmen heraus und macht den Leuten Angst. Die nationalkonservative SVP in der Schweiz wärmte den Slogan "Autofahren nur noch für Reiche?" auf, es ging um elf Cent mehr pro Liter Benzin. Absurd. Doch die Schweizer stimmten am Sonntag mehrheitlich gegen ein Gesetz zu Maßnahmen, den CO₂-Ausstoß zu verringern.

Das Bundesumweltministerium erklärt nun in einer Klimawirkungs- und Risikoanalyse, was auf Deutschland zukommt, wird die Erderwärmung nicht gestoppt. Hitzewellen und Wasserknappheit hier, Starkregen und Überschwemmungen dort. Die Temperatur könnte bis 2100 um 5,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigen. Das wäre katastrophal. Und würde sich nicht nur auf die Gesundheit von Mensch und Natur auswirken, sondern auch das wirtschaftliche Leben, wie man es heute kennt, beenden.

Es wäre gut, Laschet & Co. würden diese Gefahr höher bewerten als einen verpassten Mallorca-Urlaub. Und wenn sie dem ärmeren Teil der Gesellschaft tatsächlich helfen wollen, dann gibt es dafür in der Steuer- und Sozialpolitik ausreichend Möglichkeiten.

© SZ/kus
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