Was er tun würde, wenn die Welt in einem Jahr unterginge, wurde Robert Habeck kürzlich gefragt. Seine Antwort wirkte, als komme ihm angesichts des dümpelnden Wahlkampfs seiner Partei etwas anders als demonstrative Entschlossenheit gar nicht in den Sinn: "Den Untergang aufhalten natürlich." Es folgte das bekannte Plädoyer für einen schnellen Ausstieg aus der Kohle, eine Verdreifachung des Ausbaus der erneuerbaren Energien und eine klimagerechte "Lenkung der Kapitalströme". Was nicht folgte, waren die logischen Anschlussfragen: Wie können wir wissen oder zumindest begründet hoffen, dass all die Maßnahmen, die ja längst nicht mehr nur Habeck und die Grünen fordern, tatsächlich Wirkung zeigen? Wie wird der mutmaßlich lange Weg zur Abwendung des Untergangs demokratiepolitisch durchzuhalten sein? Was muss in dieser Hinsicht geschehen, jenseits von "Klimaschutz und Nachhaltigkeit"?
MeinungKlimapolitikWelche Wissenschaft wir in der Klimakrise brauchen
Kolumne von Norbert Frei
Lesezeit: 3 Min.

Wie muss eine Politik gestaltet werden, die tief in unsere Lebensgewohnheiten einschneiden wird? Um das Klima zu schützen, brauchen Politiker die Erkenntnisse der Wissenschaft - aber nicht nur die der Naturwissenschaft.
