KlimaschutzMahnmal Moorburg

Was für eine Fehlinvestition: Erst sollte das Kohlekraftwerk unbedingt gebaut werden, nun muss es dringend weg - eine Warnung für andere Industrien.

Von Michael Bauchmüller

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Wie hat Vattenfall doch gekämpft um sein Kraftwerk, unbeirrbar. Der schwedische Konzern hielt die Proteste von Klimaschützern aus, wehrte Nadelstiche von Genehmigungsbehörden ab, stritt durch alle Instanzen. Das Kohlekraftwerk Moorburg sollte gebaut werden, und es wurde gebaut. Heute wissen die Schweden: Hätten sie sich doch lieber beirren lassen. Vieles wäre ihnen erspart geblieben, an Kosten, aber auch an Imageschaden.

Keine fünf Jahre nach der Inbetriebnahme von Moorburg feiert Vattenfall nun einen Erfolg der anderen Art: Der Stromkonzern darf sein Kraftwerk nächstes Jahr stilllegen. Bei einer Ausschreibung der Netzagentur boten sie seine Abschaltung so billig an, dass sie andere Stromkonzerne mit weitaus älteren Kraftwerken ausstachen. Erst sollte Moorburg unbedingt kommen, jetzt soll es unbedingt weg. Was für eine Fehlinvestition.

Moorburg ist ein Mahnmal, es hält Lehren auch für andere Industrien bereit. Wer ungeachtet aller Erkenntnisse zum Klimawandel noch in fossile Technologie investiert, sei es in die Produktion von Verbrennungsmotoren oder auch neue Gasinfrastruktur, kann schon übermorgen auf Investitionsruinen sitzen. Keiner wird behaupten können, es habe an Warnungen gefehlt. Wie weh das tut, weiß Vattenfall.

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