MeinungGesellschaftWenn die Kirchen leer bleiben

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Kolumne von Heribert Prantl

Lesezeit: 4 Min.

Kirchen wie die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Lukas in München bestimmen das Bild vieler deutscher Städte. Doch manche werden nicht mehr gebraucht. 
Kirchen wie die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Lukas in München bestimmen das Bild vieler deutscher Städte. Doch manche werden nicht mehr gebraucht.  Florian Peljak

Welche Zukunft haben die vielen Kirchenräume in Deutschland? Und wie bleibt ein zentraler Ort ein zentraler Ort?

In jedem Dorf, in jeder Stadt gibt es eine Notre-Dame. Es gib dort die kleinen und die großen Kathedralen, ohne die sich die Bürger ihren Ort nicht vorstellen können – und um die sie trauern würden, sollten sie abbrennen. Pascal Mercier hat in seinem berühmten Roman „Nachtzug nach Lissabon“ über sie geschrieben: „Ich brauche ihre Schönheit und ihre Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. (...) Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofs und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer.“ Das Problem ist nur: Der Zug nach Lissabon hat immer weniger Haltestellen.

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St. Mauritius in Moosach könnte die erste katholische Kirche seit Jahrzehnten werden, die in München kein sakraler Ort mehr sein darf. Die Pfarrgemeinde kann sich den Unterhalt nicht mehr leisten. Deutschlandweit stehen Tausende Kirchen vor dem gleichen Problem.

Von Andrea Schlaier

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