Es ist ein britisches Ritual, das seit 1852 in nahezu unveränderter Form stattfindet. Und wie es sich für ein Ritual im Vereinigten Königreich gehört, folgt dieses einem minutiös geregelten Ablauf. So wird es auch an diesem Mittwoch wieder sein, dann verliest der König die King’s Speech (gibt es eine Königin, heißt das Ritual Queen’s Speech). Die Zeremonie beginnt vormittags, um kurz vor elf Uhr Londoner Zeit. Dann nehmen königliche Grenadiere Aufstellung vor dem Buckingham Palace. Aus Richtung Hyde Park Corner kommt das Wachregiment der Household Cavalry, das die Kutsche des Königs zum Westminster Palace eskortiert. Diesen betritt er durch den Sovereign’s Entrance im Victoria Tower. Ein Emissär des Oberhauses, genannt Black Rod, zitiert die Abgeordneten des Unterhauses schließlich ins House of Lords zur Thronrede, mit der Charles III. die neue Sitzungsperiode des Parlaments eröffnet. Die King’s Speech besteht aus einer Auflistung von Gesetzesvorhaben, die die Regierung im Parlament zur Abstimmung stellen möchte. Die Rede wird dem Monarchen vom Premierminister vorgelegt. Auf den Inhalt nimmt der König keinen Einfluss. Was Charles III. davon hält, lässt sich also nur erahnen.
Aktuelles LexikonKing’s Speech

An diesem Mittwoch verliest König Charles III. die Gesetzesvorhaben der britischen Regierung. Mitzureden hat er nicht.