Faszinierend, auch 1990 schon. Bei dieser Nutzerin handelt es sich übrigens um Zara Phillips, die Tochter von Prinzessin Anne. Mark Stewart/CAMERA PRESS/laif
Wie alt sollte man sein, um sich auf Social Media umsehen zu dürfen?Schon früh zeichnete sich ab, was für eine Versuchung ein Mobiltelefon sein würde.
Viel gab es noch nicht zu sehen auf dem Gerät, das die neunjährige Zara Phillips hier betrachtet. Es sieht beinahe aus wie ein Taschenfernseher, dürfte aber laut Fotoagentur eines der ersten Mobiltelefone gewesen sein. Und die kamen bekanntlich ohne Bildschirm aus. Die Enkeltochter der Queen war 1990 wohl eine der ersten Europäerinnen, die ein Mobiltelefon in die Hände bekamen. Das erste Handy in Serienreife, wegen seiner Form als „Knochen“ bezeichnet, entwickelte der Ingenieur Martin Cooper 1983 für Motorola. Es wog 800 Gramm, kostete 4000 Dollar – und war damit definitiv nicht für Kinderhände gedacht. Anders als die heutigen Geräte, die weniger zum Telefonieren und mehr zum Daddeln dienen – und geradezu magnetisch wirken. Die Debatte, ob Smartphones und besonders die darauf befindlichen Social-Media-Apps in Kinderhände gehören, ist zuletzt wieder aufgeflammt. An diesem Wochenende will die CDU auf ihrem Parteitag über eine Altersgrenze für soziale Medien diskutieren, ihr Vorsitzender Friedrich Merz, der Kanzler, hat sich dafür ausgesprochen. Für die Kinder wäre das fast eine Rückkehr zu den Anfängen der Mobiltelefonie: Die Bezeichnung „Knochen“ hat sich für nicht internetfähige Modelle ja bis heute gehalten, nur Gewicht und Preis sind deutlich kleiner geworden.