Katholische KircheDie Gläubigen, die fremden Wesen

Misstrauisch beäugen viele im Vatikan die Reformdebatte in Deutschland. Denn in Rom spricht man lieber über die Gläubigen als mit ihnen.

Von Annette Zoch

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Da kann ja jeder kommen: Kardinal Beniamino Stella, Präfekt der Kleruskongregation im Vatikan, will Nicht-Kleriker vorerst nicht empfangen. Dabei gäbe es eigentlich genug zu bereden. Im Juli hatte die vatikanische Behörde den deutschen Bischöfen überraschend beschieden, dass nur Priester Pfarreien leiten dürfen. Und damit nicht nur ein klares Signal an die Laien gesetzt, wo ihre Grenzen liegen, sondern auch all die Schwierigkeiten ignoriert, vor denen die Bischöfe stehen: Wie sollen Pfarreien noch am Leben bleiben, wenn es kaum noch Priester gibt?

Selbstbewusst hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ein Gesprächsangebot des Vatikan angenommen - und kühn angeboten, führende Laienvertreter gleich mitzubringen. Mit seiner Absage zeigt Stella nun, dass viele in Rom immer noch viel lieber über die Gläubigen reden als mit ihnen.

Zwar hatte Papst Franziskus selbst seine Kirche einst zu mehr Synodalität aufgefordert und von einer "heilsamen Dezentralisierung" gesprochen. Doch daraus ist offenbar nicht viel geworden. Misstrauisch blickt der Vatikan auf die Vorgänge in Deutschland - auf eine Reformdebatte, in der Kleriker und Laien auf Augenhöhe miteinander reden. Im direkten Gespräch könnten Missverständnisse ausgeräumt und gegenseitiges Verständnis geweckt werden - so aber werden die Fronten nur weiter verhärtet.

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