Ja, wie denn nun? Als Abu Mohammad al-Dschaulani war der Rebellenführer im Norden Syrien gestartet, als Ahmed al-Scharaa kam er in Damaskus an. Unterwegs hatte er nicht nur den Felcktarn abgelegt, sondern auch den Namen. Wobei er sich da keinen neuen ausdachte, sondern zu seinem Geburtsnamen zurückkehrte. Al-Dschaulani, diesen nom de guerre hatte er sich zugelegt, als er nach 2003 erstmals zur Waffe griff. Damit wollte er an die Wurzeln seiner Familie erinnern, die auf den von Israel besetzten Golanhöhen liegen sollen. Die Mission durch einen neuen Namen personifizieren zu wollen: Das ist ein Grund, warum politische oder militärische Führer (und solche, die es werden wollen) Kampfnamen wählen. Meist geschieht derlei in einer frühen Phase, im Untergrund – und hat den praktischen Nebeneffekt, dass ein Alias den Gegner bei der Verfolgung verwirrt. Ein gewisser Herbert Frahm kämpfte so gewaltfrei als Willy Brandt gegen die Nazis und behielt den Namen schließlich auch. Bei gewaltsam Kämpfenden könnte jedoch noch eine andere Motivation mitschwingen: Nach dem Sieg lassen sich mit dem Namen zumindest formal auch all die Grausamkeiten abstreifen, die unter ihm verübt wurden – ein Manöver, das der Ex-al-Qaida-Mann al-Scharaa gerade versucht.
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Warum Rebellen und Widerstandskämpfer oft neu genannt werden wollen – wie nun Ahmed al-Scharaa in Syrien.
