Seit dieser Woche ist klar: Der Tote im Kaisergrab im Magdeburger Dom ist wirklich derjenige, dem das Grab gewidmet ist, nämlich Otto I. (912–973), genannt der Große. Das hat ein Erbgutvergleich mit Heinrich II. (973–1024) gezeigt, Ottos Großneffen, dessen Gebeine im Bamberger Dom liegen. In beiden Fällen passen Körper und Grabinschrift zusammen! Das ist bei Fürstengräbern nicht immer so. Mal sind die verkehrten Toten enthalten, mal zu viele, mal gar keine. In Ottos Grab war ebenfalls etwas faul, das Problem war jedoch ein anderes: Pfusch. Nach 1207 war der Steinsarkophag in der Kirche aufgestellt und die Grabplatte als Deckel daraufgelegt worden. Doch die Wände des Sarkophags sind zu dünn, um die Platte zu tragen, der Stein brach. Über Jahrhunderte hinweg haben Handwerker daran herumgedoktert. Sie stellten Holzbalken als Stützen in den Sarkophag, sie mörtelten einen Stein hinein, später schmiedeten sie ein Eisengerüst. Vergeblich: 2024 fielen Risse im Sarkophag auf. Wie schlimm dessen Zustand tatsächlich war, zeigte der Blick hinein. Früher oder später wäre das Kaisergrab in sich zusammengestürzt. Und hätte, wie man nun weiß, den echten Kaiser unter sich begraben.
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So prachtvoll die Denkmäler für die Monarchen von außen oft aussehen, so zweifelhaft ist häufig, wer sich darin befindet. In Magdeburg jedenfalls ist die Sache jetzt klar.
Von Jakob Wetzel