MeinungJeffrey EpsteinNiemand soll sagen, er habe von nichts gewusst

Kommentar von Felicitas Kock

Lesezeit: 3 Min.

Collage: sted/SZ, Fotos: imago, AP, Reuters

All die Prominenten, die wegen der Akten jetzt zurücktreten oder sich entschuldigen: Spätestens seit 2008 war bekannt, dass Epstein ein Sexualverbrecher war. Womit man wieder bei Trump wäre. Er soll sogar schon 2006 gesagt haben: „Jeder wusste, dass er das tut.“

Es hätte alles viel früher herauskommen können. Für ein Porträt in der Vanity Fair mit dem Titel „Der talentierte Mr. Epstein“, erschienen im Jahr 2003, hatte die Autorin mit zwei jungen Frauen gesprochen, die dem Milliardär sexuelle Übergriffe vorwarfen. Im Artikel tauchten die Anschuldigungen dann aber nicht auf. Die Autorin erklärte das später damit, dass Jeffrey Epstein Druck auf den Herausgeber ausgeübt habe. Auch sie selbst, damals schwanger, sei bedroht worden – Epstein habe eine Bemerkung über ihre ungeborenen Kinder gemacht. Der Text, der dann erschien, blieb überwiegend positiv. Wie andere Porträts aus dieser Zeit zeichnete er das Bild eines ebenso geheimnisvollen wie gut vernetzten Lebemanns, der durch seine Intelligenz besticht und durch die Tatsache, dass man mit ihm ausgezeichnet Geschäfte machen kann.

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