Seit am vergangenen Freitag mehr als 3,5 Millionen neue Dokumente auf der Website des US-amerikanischen Justizministeriums (DOJ) veröffentlicht wurden, darunter persönliche E-Mails, unzählige Fotos und Videos des 2019 verstorbenen Sexualstraftäters, liegt das Netzwerk von Jeffrey Epstein offen. Journalisten, Politikerinnen und Hobby-Ermittler weltweit haben in den vergangenen Tagen echte oder vermeintliche Scoops über Bekannte und Geschäftspartner Epsteins ausgegraben. Die Namen tauchen in den Dokumenten auf, bei manchen ist indes unklar, was sie über Epsteins kriminelle Missbrauchs- und Menschenhandelspraxis wussten oder ob ihnen lediglich schlechtes Urteilsvermögen vorzuwerfen ist. In der Öffentlichkeit sind sie bereits schuldig gesprochen, allein durch ihren Kontakt zu Epstein.
MeinungEpstein FilesIst das noch Aufklärung oder schon Voyeurismus?

Kommentar von Lena Kampf
Lesezeit: 2 Min.

Die Frauen auf diesem Bild mit Jeffrey Epstein sind nicht mehr identifizierbar. Doch in den Akten wurden auch viele Opfer bloßgestellt, teils sogar mit Namen.
APDie Veröffentlichung der Dokumente über den Sexualstraftäter sollte mächtige Männer zur Strecke bringen. Doch auch Daten vieler Opfer wurden damit öffentlich – eine verantwortungslose Schlamperei.
