Kolumne:Warum schaffen wir das nicht?

Kolumne: Plötzlich stehen zivilisatorische Errungenschaften wie die Menschenrechtskonvention infrage: Afrikanische Migranten, die nach Europa gelangen wollen, auf einem Boot vor der tunesischen Küste.

Plötzlich stehen zivilisatorische Errungenschaften wie die Menschenrechtskonvention infrage: Afrikanische Migranten, die nach Europa gelangen wollen, auf einem Boot vor der tunesischen Küste.

(Foto: Fethi Belaid/AFP)

Die Debatte über Migration wird erhitzt geführt, aber oftmals faktenfrei. Es wird Zeit, sich an bessere Vorbilder zu erinnern.

Kolumne von Jagoda Marinić

Einen Aufstand der Anständigen wird es nicht geben. Seit Monaten deuten Umfragen auf einen Rechtsruck, doch niemand führt die notwendigen Wertedebatten. Nur noch das übliche Angsttrommeln vor Asylbewerbern ist zu hören. Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der in seinem Amt das Privileg hätte, solche Debatten anzustoßen, lobt lieber unkritisch die Erfolge des Asylkompromisses der Neunziger. Unerwähnt lässt er die rechtsnationalen Mobs, die der Regierung diesen Kompromiss mit Brandanschlägen fast abzwangen. Macht nichts, nächstes Jahr, wenn das Grundgesetz seinen 75. Geburtstag feiert, kann man sich im Schloss Bellevue seiner Werte sicher wieder schmerzfrei vergewissern.

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