Leider braucht es immer wieder diese besonderen Bilder und Erzählungen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Obwohl schon der Alltag unentwegt diese Aufmerksamkeit verdient hätte. Jetzt sind es die italienischen Polizisten, die im Hafen von Lampedusa versuchen, die Ordnung aufrechtzuerhalten, wo nichts mehr in Ordnung ist. Das fünf Monate alte Kind, das ins Wasser fällt und ertrinkt, als die Küstenwache Migranten von einem Boot an Land bringen wollte. Der Bürgermeister, der einen Hilferuf an die Welt absetzt und den Notstand ausruft. Der Einwohner, der auf dem Weg zu einem Fest umkehrt und Spaghetti kocht für zehn Menschen aus Burkina Faso, die vor seiner Tür stehen und Hunger haben.
MeinungMigrationUnd Europa macht sich einen schlanken Fuß

Kommentar von Marc Beise
Lesezeit: 2 Min.

Tausende Migranten landen auf Lampedusa, die Mittelmeerinsel versinkt im Chaos. Und nein, das ist nicht nur ein italienisches Problem.
