Israel-Sudan:In aller Eile

Trump will Frieden erzwingen. Aber so geht das nicht.

Von Peter Münch

Nun sind es schon drei: Die Ersten waren die Vereinigten Arabischen Emirate, dann Bahrain - und jetzt hat US-Präsident Donald Trump auch eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und dem Sudan verkündet. Wie immer preisen die Jubelchöre das als "Durchbruch" und "historisch" - und zweifellos ist jede Annäherung zwischen dem jüdischen Staat und seinen arabischen Nachbarn sehr zu begrüßen. Doch auf dem Weg zum neuen Nahen Osten, der nun vielerorts bereits beschworen wird, stehen nicht nur noch Hürden zuhauf. Auch über den bisherigen Erfolgen liegt ein Schatten des Zweifels.

Dieser Zweifel nährt sich von der Art, in der Trump die nahöstlichen Dinge regelt: Erstens muss alles so schnell, also passgenau vor der US-Präsidentenwahl am 3. November, über die Bühne gehen, sodass die geschlossenen Abkommen noch nicht viel mehr sein können als Absichtserklärungen. Und zweitens ist das, was Trump Diplomatie nennt, nichts anderes als eindimensionales Geschäftsgebaren mit einer Tendenz in Richtung Erpressung.

Deutlich wird das beim Israel-Sudan-Deal, zu dem die fragile Übergangsregierung in Khartum unter gewaltigem Druck aus Washington gedrängt wurde. Die damit verbundenen Risiken sind Trump egal. Doch für den neuen Nahen Osten wird ein umfassenderes und nachhaltigeres Konzept gebraucht - und ein anderer US-Präsident.

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