Nahost:Israel droht diesen Krieg zu verlieren

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Und nirgends ein sicherer Ort: Ein Palästinenser schiebt Kinder auf einem Einkaufswagen hinaus aus Dschabalija, nachdem die israelische Armee die Zivilbevölkerung aufgefordert hat, das Gebiet zu verlassen. (Foto: Mahmoud Issa/REUTERS)

Premier Netanjahu hat die Kontrolle über die politische Zukunft seines Landes verloren. Seine Strategie isoliert den Staat und führt den Gazastreifen ins Chaos. Was kann ihn stoppen?

Kommentar von Stefan Kornelius

Benjamin Netanjahu war und bleibt der Nullpunkt eines Krieges, der keine Sieger kennen wird. Der israelische Premierminister ist gefesselt in seiner Macht-Matrix, die aus so ungleichen Spielern besteht wie den Ultrarechten seiner Regierung und dem amerikanischen Präsidenten mit seiner demokratischen Wählerklientel. Netanjahu ist gefangen zwischen einer Terrororganisation, die aus dem Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza heraus nach wie vor Krieg gegen Israel führt. Exakt für diese Zivilbevölkerung und die verheerende humanitäre Lage trägt Israel mit dem Einmarsch nach Gaza Verantwortung. Und schließlich steckt Netanjahu in einem rechtlichen Dilemma, weil ein unverhältnismäßig rücksichtslos geführter Krieg die politischen Ziele nicht erreichen wird, die sich Israel nach dem Terrorüberfall gegeben hat. Daraus erwächst ein völkerrechtliches Problem, das in einer Anklage münden könnte und bereits jetzt zu einer Niederlage im virtuellen Gerichtssaal der globalen Öffentlichkeit geführt hat.

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