MeinungIranDie Folterzellen sieht man nicht

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Kommentar von Raphael Geiger

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Der Sieger des ersten Wahlgangs: Massud Peseschkian, hier am Freitag bei seiner Stimmabgabe.
Der Sieger des ersten Wahlgangs: Massud Peseschkian, hier am Freitag bei seiner Stimmabgabe. Majid Khahi/dpa

Für Irans Obersten Führer, Ayatollah Ali Chamenei, geht mit dieser Präsidentschaftswahl ein Kalkül auf: Er ließ einen Reformer antreten, der es sogar in die Stichwahl schafft. Seine Wahl würde nicht viel ändern, doch Iran dürfte manchen wieder etwas demokratischer erscheinen. Was für eine Täuschung.

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Der Traum von Diktatoren? Die Welt berichtet über die Wahl in ihrem Land, eine mit mehreren Kandidaten, mit TV-Debatten und Kundgebungen, eine, die sogar in die Stichwahl geht. Und so sehr sich die Journalisten der Auslandspresse mühen, zu erklären, dass es sich bei einer Wahl um keine demokratische handelt, wenn von 80 Kandidaten nur sechs antreten dürfen, so bleibt am Ende eben doch hängen, was hängen bleiben soll.

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Wahl? Das Wort müsste man in der Islamischen Republik eigentlich in Anführungszeichen setzen. Am Freitag jedenfalls schaffte kein Kandidat die absolute Mehrheit – in einer Woche sollen sich die Menschen jetzt zwischen zweien entscheiden: einem Reformer und einem Ultrakonservativen.

Von Raphael Geiger

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