Knapp drei Jahre bevor das Bild entstand, war der Schah geflohen und aus Iran die Islamische Republik geworden. Ein Jahr vorher hatte der irakische Staatschef Saddam Hussein das Land überfallen. Und nur ein paar Tage ist es im Oktober 1981 her, dass Ali Chamenei zum Präsidenten von Iran gewählt wurde. Noch ist er nicht der Oberste Führer, das war Ruhollah Chomeini und sollte es bis 1989 auch bleiben. Damals, im Herbst 1981, war längst nicht klar, dass Chamenei ihn beerben würde. Aber aus heutiger Sicht stieg er in jenen Tagen in die Führungsriege des islamistischen Regimes auf, die er bis zu seinem Tod nicht mehr verließ – bis zum vergangenen Samstag, als israelische Bomben ihn in seiner Teheraner Residenz töteten. Auf dem Foto ist Chamenei 42 Jahre alt und zu Besuch bei iranischen Soldaten, die sich gegen die irakische Armee zur Wehr setzen. Die junge Islamische Republik war dem Irak unterlegen. Sie kämpfte, indem sie Hunderttausende Menschen opferte – oft noch Kinder, kaum bewaffnet in den Kampf geschickt. Den Krieg damals, der sich über acht Jahre zog, verklärte das Regime zur „heiligen Verteidigung“. Den Märtyrerkult pflegt es bis heute, nun auch mit Ali Chamenei selbst.