Wer schwanger ist oder sich zum ersten Mal ein chinesisches Auto kauft, der sieht plötzlich überall genau das: Frauen mit Babybauch oder BYDs. In der Psychologie nennt man diesen Effekt Frequenzillusion. Und vielleicht ist das mit den Anzeichen von Dummheit genauso. Man ertappt sich dabei, Chat-GPT zu fragen, was 15 minus sieben ist – und sieht die eigene Intelligenz verkümmern. Und dann findet man auch überall Anzeichen, dass die Menschheit tatsächlich verblödet. Egal ob es Pisa-Ergebnisse, Kommentarspalten auf Social Media oder Ferndiagnosen rund um den Geisteszustand von Trump sind, der ja weiterhin seine Abermillionen von Fans hat. Da lässt man sich leicht zu der Aussage hinreißen: Die Menschen werden immer dümmer. Und auf den ersten Blick lässt sich diese Annahme auch wissenschaftlich untermauern. Mit dem sogenannten Reverse-Flynn-Effekt. Gemeint ist die Beobachtung von Forschenden, dass der durchschnittliche gemessene Intelligenzquotient in wohlhabenden Ländern seit den 1990er-Jahren nicht mehr weiter steigt, sondern sinkt.
MeinungIntelligenzNein, es werden nicht alle immer dümmer
Kommentar von Valentina Reese
Lesezeit: 2 Min.

Welches Ambiente? Was darf’s kosten? Was mag man nicht? Man muss schon wissen, wie man eine KI befragt, um das passende Restaurant in Paris zu finden.
Tom Nicholson/REUTERSDer durchschnittliche gemessene IQ in wohlhabenden Ländern nimmt ab. Wer darin Anzeichen für den Untergang sieht, hat vielleicht selbst nicht genug nachgedacht.
