Jetzt im Herbst sucht er nach einem Ruheplatz, der Igel. Unter Laubhaufen, in dichten Hecken, dort, wo ein Tier eben in aller Ruhe den Winter verbringen kann. Dann rollen sich die mit einem Stachelfell bewehrten Tiere ein; Käfer, Insekten, Larven haben damit Ruhe vor ihrem hungrigen Fressfeind. Winterschlaf hält auch ein Teil der Verwandtschaft – die Fledermäuse. Spitzmäuse und Maulwürfe hingegen bleiben wach. Allerdings ist bis heute umstritten, ob Igel nun einen echten Winterschlaf oder doch nur Winterruhe halten. Diese Streitfrage erscheint marginal ob der neuesten Nachrichten zum Igel. Die Weltnaturschutzunion – International Union for Conservation of Nature, kurz IUCN – hat jetzt den Erinaceus europaeus, den Braunbrustigel, auf die Liste gefährdeter Arten gesetzt. In Bayern oder Flandern soll die Population der Insektenfresser um die Hälfte abgenommen haben, und das innerhalb von nur zehn Jahren. Ein Grund ist der Rückgang des Lebensraums. Ein weiterer: Die uralte Verteidigungsstrategie dieses für das ökologische Gleichgewicht so wichtigen Tieres funktioniert nicht mehr. Zu einer Stachelkugel einrollen, das hilft gegen Fressfeinde, aber nicht gegen Autos. Und ebenso wenig gegen Mähroboter.
:Warum Deutschland ein Problem löst, das es gar nicht hat
Kurz vor Ende der Weltnaturkonferenz in Kolumbien legt Bundesumweltministerin Steffi Lemke überraschend einen Plan gegen das Artensterben im eigenen Land vor. Was gut klingt, hat allerdings einen Haken.