Bilder aus dem All können wirklich sehr kitschig sein. Das gilt auch für ein Bild, das das James-Webb-Teleskop kürzlich aufnahm. Darauf sind, mit technisch bedingten Beugungsstrahlen funkelnd, die jungen Sterne der Sternentstehungsregion Pismis 24 zu sehen, umgeben von den dramatischen Wolken des Hummernebels. Solche Nebel, also Wolken interstellaren Gases, gibt es massenhaft im All. Manche sind nur als Schatten sichtbar; andere reflektieren das Licht naher Sterne oder strahlen selbst. Letzteres ist auch beim Hummernebel der Fall, der sich etwa 5500 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Skorpion befindet: Er besteht als sogenannte H-II-Region (sprich: H-zwei) hauptsächlich aus Wasserstoff. Die UV-Strahlung junger, heißer Sterne wie jener in Pismis 24 ionisiert den Wasserstoff, er wird also in positiv und negativ geladene Teilchen zerrissen und strahlt dadurch rötliches Licht aus. Der Hummernebel, der offiziell NGC 6357 heißt, wurde schon 1837 vom britischen Astronomen John Herschel entdeckt. Den inoffiziellen Namen hat er von seiner Form, die ziemlich deutlich Scheren und Schwanz zeigt. Im Infrarotbereich kann man allerdings stattdessen einen Totenkopf und eine Taube erkennen, daher wird er auch als „Krieg-und-Frieden-Nebel“-bezeichnet.
Aktuelles LexikonWas ist Hummernebel?

Eigentlich ist er nur eine Gaswolke – aber was für eine. Jüngst fotografiert vom Webb-Teleskop, im Sternbild Skorpion.
Von Marlene Weiß