Wie bringt man einen langjährigen lateinamerikanischen Herrscher, der am Drogenschmuggel verdient haben soll, legal vor ein US-Gericht? Juan Orlando Hernández, von 2014 bis 2022 Präsident von Honduras, beging – aus seiner Sicht – im Januar 2022 einen Fehler: Er räumte sein Amt. Drei Wochen später nahm ihn die Polizei seines Landes in Abstimmung mit US-Behörden fest; im April wurde er ausgeliefert und 2024 in New York zu 45 Jahren Haft verurteilt. Hernández hatte Schmiergelder eines Drogenhändlers entgegengenommen und dafür den Transport sowie die Verschiffung von 400 Tonnen Kokain ermöglicht. Zeigt sein Schicksal also, welche Strafe nun Nicolás Maduro erwarten wird? Nicht unbedingt – in den USA des Donald Trump wird unterschieden zwischen kriminellen Präsidenten, die Trump verfolgt, und solchen, die in der Zeit seines Vorgängers belangt wurden. Trump sagte Ende November 2025, das Verfahren sei ein „Biden Set-up“ gewesen. Nach Meinung „vieler Leute, die ich sehr schätze“, sei Hernández unfair und grob behandelt worden. Das reichte ihm als Begründung für eine Begnadigung. Hernández kam noch am selben Tag wieder frei.
GeschichtsbildDie US-Justiz wartet schon auf ihn

Der Ex-Präsident von Honduras wurde 2022 nicht von den Amerikanern entführt, sondern wegen seiner Beteiligung am Drogenschmuggel an sie ausgeliefert.
Von Detlef Esslinger