Heutzutage würde man wohl eher einen Stick überreichen oder einen QR-Code. Doch 2002 begann die letzte harte Reform des deutschen Sozialstaats mit einer CD-Rom. VW-Vorstand Peter Hartz überreichte sie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Darauf waren die Vorschläge der Kommission, dessen Vorsitzender Hartz war, man nannte sie daher: Hartz-Kommission. Die darauf folgenden Reformen des Arbeitsmarkts bezeichnete man konsequenterweise als Hartz I bis Hartz IV. „Heute ist ein schöner Tag für die Arbeitslosen in Deutschland“, sagte Peter Hartz beim Termin mit Schröder und gab das Ziel vor: zwei Millionen Arbeitslose weniger. Das gelang nach einigen Jahren sogar. Die Schröder’schen Reformen haben das Land wirtschaftlich fit gemacht und viele Menschen in Arbeit gebracht. Aber sie bedeuteten für einige auch harte Einschnitte. Schröder hat das wohl den Sieg bei der nächsten Bundestagswahl gekostet. Wenn der aktuelle Kanzler Friedrich Merz nun einem „Herbst der Reformen“ einfordert, sollte er das bedenken.
GeschichtsbildZwei Männer und eine CD-Rom

Vor 23 Jahren wurde der deutsche Sozialstaat zuletzt hart reformiert. Peter Hartz, damals VW-Vorstand, leitete die Kommission, welche die Vorschläge dafür erarbeitete.
Von Lisa Nienhaus