MeinungPrantls BlickEin Mann, wie ihn die SPD heute so bitter bräuchte

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Von Heribert Prantl

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Der SPD-Politiker und ehemalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel im Jahr 2011 in seiner Wohnung in der Seniorenresidenz Augustinum.
Der SPD-Politiker und ehemalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel im Jahr 2011 in seiner Wohnung in der Seniorenresidenz Augustinum. Alessandra Schellnegger

Hans-Jochen Vogel zum hundertsten Geburtstag: Er konnte dicke und dünne Bretter bohren – mit Leidenschaft, Augenmaß und souveräner Pingeligkeit.

Andere Spitzenpolitiker beginnen ihre Laufbahn mit den Jahren der Fron und Pflicht – dann kommt die Kür. Bei Hans-Jochen Vogel (1926–2020) war es umgekehrt: Bei ihm kam erst die Kür in München und dann die Pflicht in Bonn und in Berlin. Diese Jahre waren für Vogel, so sagte das Willy Brandt über ihn, „eine Summe unverdrossenen Sich-Abrackerns“. Immer wenn es schwierig wurde für die SPD, immer wenn sie sich in ziemlich aussichtsloser Lage respektabel schlagen musste, rief sie nach Hans-Jochen Vogel – und der schlug sich auch immer respektabel, unter Aufbietung seiner altväterlichen Tugenden, die den Genossen manchmal auch ein wenig unheimlich waren.

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