Die Römer waren ambitionierte Straßen- und Brückenbauer, aber hier kamen sie an ihre Grenzen: Das Festland mit Sizilien zu verbinden, dafür war die Straße von Messina dann doch zu breit. Gut drei Kilometer gilt es da zu überwinden. Zweitausend Jahre später soll der Traum nun Wirklichkeit werden. Möglich wird das durch eine Erfindung der Chinesen, die schon im 15. Jahrhundert in Tibet einen Fluss mit einer Hängebrücke querten. Für lange Brücken über Wasser sind sie die gängige Technik. Meistfotografierte Hängebrücke ist vermutlich die berühmte rötliche Golden Gate Bridge, die von San Francisco über die Bucht Richtung Norden führt. Fast dreimal so lang soll die neue Brücke nach Sizilien werden, sie wäre mit 3,3 Kilometern Spannweite sogar die längste Hängebrücke der Welt. Charakteristikum einer Hängebrücke ist, dass die Fahrbahnträger an Seilen aufgehängt sind, die aus Bündeln von Stahldrähten bestehen, die wiederum von Seilklemmen zusammengepresst werden. Diese Seile laufen über große senkrechte Stahlträger, die Pylonen, sie werden an den Ufern in großen Ankerblöcken befestigt oder, seltener, am Fahrbahnträger selbst. Die Messina-Brücke soll 60 Meter breit werden und an zwei je 399 Meter hohen Brückenpfeilern hängen.
Aktuelles LexikonWas ist eine Hängebrücke?

Eine Brücke nach Sizilien? Das erscheint nun möglich, durch eine Erfindung, welche die Chinesen vor sehr langer Zeit ersannen.
Von Marc Beise
