MeinungGroßbritannienDie Justiz geht hart gegen rechte Gewalt in den sozialen Medien vor – und füllt damit eine Lücke

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Kommentar von Michael Neudecker

Lesezeit: 2 Min.

Gegen die Gewalt von Rechtsextremen protestierten Anfang August zahlreiche Menschen in Walthamstow.
Gegen die Gewalt von Rechtsextremen protestierten Anfang August zahlreiche Menschen in Walthamstow. Carl Court/Getty Images

Nach der Messerattacke von Southport riefen Radikale auf Online-Plattformen zur Hetzjagd auf Immigranten auf. Gut, dass die Gerichte jetzt schnell und rigoros über solche Fälle urteilen.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte der britische Crown Prosecution Service (CPS), die oberste Strafverfolgungsbehörde des Landes, eine Mitteilung mit dem nüchternen Titel: „Mann wegen Online-Posting während öffentlicher Unruhen zu Gefängnisstrafe verurteilt“. Ein 28-Jähriger aus Leeds, mit vollem Namen genannt und unverpixeltem Foto gezeigt, sei soeben zu 20 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er habe sich schuldig bekannt, während der Unruhen im Vereinigten Königreich auf Facebook Kommentare veröffentlicht zu haben, in denen er, wie es in der Mitteilung formuliert ist, „den Angriff auf ein Flüchtlingshotel in Leeds befürwortete“. Er war der Erste, der in der seit Wochen laufenden Aufarbeitung der Unruhen verurteilt wurde, ohne selbst physisch daran teilgenommen zu haben. Aber nicht der Letzte, bei Weitem nicht.

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Nach den schlimmen Vorfällen in Southport zeigte sich: Auch wenn Leute wie Nigel Farage darüber zunächst spalterischen Dreck verbreiteten – mit echten Menschen hat das Gros der Trolle auf Twitter nichts zu tun.

SZ PlusGastbeitrag von John Niven

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