Jens Spahn und Matthias Miersch sind einerseits nicht zu beneiden. Sie müssen Teamgeist beschwören, wo Misstrauen überwiegt, und scheinbar Unvereinbares in Einklang bringen. Der Streit über Steuererhöhungen und die Finanzierbarkeit des Sozialstaates ist dafür nur ein, aber ein geradezu klassisches Beispiel. Andererseits ist es immer noch so, dass die Fraktionschefs von Union und SPD Probleme zu lösen haben, die andere gerne hätten. Die Menschen in der Ukraine zum Beispiel, die Tag für Tag dem russischen Bomben- und Drohnenterror ausgesetzt sind. Schon daher ist die gemeinsame Reise beider Fraktionsvorsitzenden eine gute Idee. Sie rückt die fraglos großen Schwierigkeiten in der Koalition in eine vernünftige Perspektive.
MeinungMiersch und Spahn in KiewNein, in Berlin gibt es gerade nichts Wichtigeres zu tun

Kommentar von Daniel Brössler
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So viele Opfer: Jens Spahn (links), Fraktionsvorsitzender der Union, und SPD-Kollege Matthias Miersch gedenken bei ihrem Besuch in Kiew der getöteten ukrainischen Soldaten.
Michael Fischer/Michael Fischer/dpaDie Zugfahrt der Fraktionschefs relativiert den Ärger in der Koalition und sendet ein wichtiges Signal an die Ukraine. Und gegen Russland richtet sich ein ungeheuerlicher Verdacht.