Politik:Was Gorbatschow zerfallen ließ, will Putin wieder unter die Knute fügen

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Politik: Michail Gorbatschow, Präsident der Sowjetunion bis Dezember 1991.

Michail Gorbatschow, Präsident der Sowjetunion bis Dezember 1991.

(Foto: Regina Schmeken)

Der letzte Staats- und Parteichef der Sowjetunion ist mit vielem gescheitert, aber besonders die Deutschen haben Grund, dankbar zu sein. Auch wenn er ihr Russlandbild bis heute verstellt.

Kommentar von Stefan Kornelius

Michail Gorbatschow war eine historische Ausnahmeerscheinung, sein politisches Werk prägt die Welt bis heute. Wenig verwunderlich also, dass ein Mann dieser Tatkraft auch polarisiert. Wer von Gorbatschows Mut profitiert hat, verehrt ihn; wer unter ihm gelitten oder verloren hat, wird ihn verwünschen. Bei allem ist entscheidend: Geschichte ist niemals das Produkt eines einzelnen Menschen oder einer einzigen Entscheidung. Geschichte entsteht in der Verdichtung von Ereignissen und in unzähligen Folgeereignissen, die viele zu verantworten haben. So war der Zerfall der Sowjetunion nicht Gorbatschows Werk allein - und Wladimir Putin ist nicht nur ein Produkt der Politik Gorbatschows. Unleugbar aber ist, dass der letzte Generalsekretär der KPdSU und Staatspräsident der Sowjetunion eine Scharnierfigur der Weltgeschichte war.

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