Ein Glas Wein ist schnell kredenzt. Aber bis es so weit ist! Die Frauen und die Männer, die da im Jahr 1936 die Weinlese in den Hügeln des fürstlichen Weinguts Hohenlohe Öhringen am Verrenberg für ein Foto unterbrachen, wussten es gewiss. Zu dieser Zeit wurden die Trauben von Hand geerntet, in die großen Bütten gefüllt, am Fuße des Weinbergs gesammelt und weiter zur Verarbeitung transportiert. Je nach Region und Traubensorte ist die Lese in Deutschland noch im Gange. Am Bodensee etwa haben die Winzerinnen und Winzer gerade Halbzeit gemeldet, und sie gehen von einem guten Jahrgang aus – auch wenn die Spätfröste im Frühjahr die Menge dezimiert haben. Ob man die Trauben heutzutage von Hand liest, oder doch eine Maschine ernten lässt – das ist wie so oft fast eine Glaubensfrage und natürlich auch eine technische, nicht jedes Gelände erlaubt eine maschinelle Ernte. Die Handarbeit jedenfalls ist aufwendiger, teurer, doch sie ermöglicht eine sorgfältige Auswahl der Trauben. Was man im Glas schmeckt.
GeschichtsbildWeinlese

Gerade in vollem Gange. Einst war sie reine Handarbeit, heute wird sie in Teilen von Maschinen übernommen.
Von Johanna Pfund
