Es war der erste Besuch eines amerikanischen Staatsoberhaupts in der jungen Bundesrepublik: Am 26. August 1959 flog US-Präsident Dwight D. Eisenhower für einen Tag ein. Er wurde enthusiastisch begrüßt. Die Fahrt vom Flughafen Köln-Wahn nach Bonn im offenen Mercedes dauerte eine Stunde; normalerweise braucht ein Auto für die Strecke 25 Minuten. Immer wieder musste die schwarze Limousine abbremsen, damit Eisenhower, der als Oberbefehlshaber der Alliierten 1945 den Sieg über Nazi-Deutschland errungen hatte, jubelnden Menschen am Straßenrand zuwinken konnte. Eigentlich hatte er gar nicht kommen wollen. Doch erschien seinen Beratern offenbar ein Besuch ratsam, um Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zu beruhigen. Der machte sich damals Sorgen, dass die Amerikaner sich mit den Sowjets auf Kosten der Deutschen verständigen und die Teilung des Landes besiegeln könnten. Schon am Flughafen versicherte Eisenhower denn auch: „Das amerikanische Volk steht an Ihrer Seite“ – eine ähnliche Botschaft, wie sie jetzt wohl auch Joe Biden, unter gewiss anderen Umständen, in Berlin loswerden wollte.
MeinungGeschichtsbildUS-Präsident in Deutschland

Von Reymer Klüver

Dwight D. Eisenhower war 1959 das erste amerikanische Staatsoberhaupt, das der noch jungen Bundesrepublik einen Besuch abstattete.