Fast sieben Jahre lang hatte Israels Geheimdienst Mossad ihm von Versteck zu Versteck nachgespürt, dann machte er Ali Hassan Salameh schließlich in Beirut ausfindig. Der Anführer der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ soll der Drahtzieher des mörderischen Terrorangriffs aufs Israels Olympiamannschaft in München 1972 gewesen sein. Wie alle Hintermänner des Attentats stand er auf der Todesliste der Mossad-Sondereinheit „Cäsarea“, die viele der Terroristen tötete; 1973 erschoss sie aber in Norwegen auch einen vollkommen unschuldigen Kellner aus Marokko, weil sie ihn wohl mit Salameh verwechselt hatte. Sechs Jahre später, am 22. Januar 1979, sprengten Israels Agenten Salamehs Auto in Beirut in die Luft. Der von Bewunderern als „roter Prinz“ oder „Playboy-Terrorist“ verklärte PLO-Mann starb mit vier seiner Leibwächter, auch mehrere Unbeteiligte kamen ums Leben. In den vergangenen Tagen war die libanesische Hauptstadt Schauplatz vieler Explosionen von Pagern und Funkgeräten der Hisbollah-Miliz, es gab viele Tote und Verletzte. Alle Hinweise lassen die Urheberschaft des Mossad vermuten, Israels Regierung schweigt dazu.
MeinungGeschichtsbildTod in Beirut

Von Joachim Käppner

Der israelische Geheimdienst Mossad ermordete 1979 in Libanons Hauptstadt den Anführer der Terrorgruppe „Schwarzer September“ – und mutmaßlichen Drahtzieher des Olympia-Attentats von München.