MeinungGeschichtsbildDer letzte seiner Partei

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Von Michael Neudecker

Gordon Brown verkündet am 10. Mai 2010 vor Downing Street No. 10 seinen Rücktritt als Premierminister.
Gordon Brown verkündet am 10. Mai 2010 vor Downing Street No. 10 seinen Rücktritt als Premierminister. STRINGER/AFP

Vor 14 Jahren legte Gordon Brown nach verlorenen Wahlen sein Amt als Labour-Chef nieder, einen Tag später trat er auch als Premierminister zurück. Seitdem regieren die Tories.

Das Wetter in London ist besser als sein Ruf, laut nationalem Wetterdienst hat London im Schnitt 110 Regentage pro Jahr, weniger als München. Während sich aber der aktuelle Premierminister Rishi Sunak für die Ankündigung, das Parlament aufzulösen und Wahlen abzuhalten, einen dieser 110 Tage ausgesucht hat, sodass es nun Bilder vom durchnässten Sunak vor der Tür von Downing Street No. 10 gibt, war Gordon Brown zumindest in der Hinsicht schlauer. Wobei der Zeitpunkt von Browns letztem Auftritt in der Downing Street nicht ganz selbstgewählt war: Brown trat am 10. Mai 2010 vor die Tür, vier Tage nach den "General Elections", in denen die Konservativen stärkste Kraft geworden waren, um seinen Rücktritt als Vorsitzender der Labour-Partei bekannt zu geben. Brown dachte, ein neuer Labour-Chef könnte eine Koalition mit den Liberaldemokraten aushandeln. Schon am nächsten Tag aber musste er einsehen, dass das eine Fehleinschätzung war. Brown trat auch als Premierminister zurück, und die Queen bat den damaligen Tory- und Oppositionschef David Cameron, eine Regierung zu bilden. Brown ist damit der bislang letzte britische Labour-Premierminister.

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