GeschichtsbildDer Kanzler in China

Wie geht das mit den Stäbchen? Deng Xiaoping, damals zweitwichtigster Mann der Volksrepublik China, betrachtet im Oktober 1975 Bundeskanzler Helmut Schmidts Versuch, die Stäbchen richtig in der Hand zu halten.
Wie geht das mit den Stäbchen? Deng Xiaoping, damals zweitwichtigster Mann der Volksrepublik China, betrachtet im Oktober 1975 Bundeskanzler Helmut Schmidts Versuch, die Stäbchen richtig in der Hand zu halten. Volker Hinz/Bayerische Staatsbibliothek

Ende Oktober 1975 fährt Helmut Schmidt als erster Regierungschef der Bundesrepublik in die Volksrepublik. Fünf Tage lang dauerte die Reise – wesentlich länger als die von Friedrich Merz.

Von Johanna Pfund

Als Bundeskanzler Helmut Schmidt am 29. Oktober 1975 in China eintraf, wurde er von Deng Xiaoping, dem zweitwichtigsten Mann des Landes, zum Bankett empfangen: Mao Zedong, der „Überragende Führer“, der die Volksrepublik geschaffen und geprägt hatte, war schon längere Zeit krank. Die Reise Schmidts bedeutete eine Zäsur in der Außenpolitik der Bundesrepublik – denn erstmals besuchte ein Bundeskanzler das Land. Die Volksrepublik hatte sich im Kalten Krieg als sozialistisches Land zunächst auf die Seite der Sowjetunion gestellt, sich mit dieser aber überworfen und Anfang der Siebzigerjahre die Beziehungen zu den USA und überhaupt dem Westen allmählich verbessert. Schmidt blieb fünf Tage, also drei Tage länger als sein heutiger Nachfolger Friedrich Merz, und er hatte auch seine Frau dabei. Mit Mao, den er einige Tage nach dem Bankett noch traf, diskutierte er über Kant, er besuchte die Chinesische Mauer und lernte etwas über die 5000-jährige Geschichte des Landes. Ein deutscher Politiker war Schmidt zuvorgekommen: Franz Josef Strauß, der CSU-Vorsitzende, hatte sich bereits im Januar jenes Jahres nach China begeben.

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