GeschichtsbildDer Schrecken des Büros

So gemein: der fiktive Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst, vorn im Bild) und seine bemitleidenswerte Truppe bei Staffelbeginn 2004.
So gemein: der fiktive Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst, vorn im Bild) und seine bemitleidenswerte Truppe bei Staffelbeginn 2004. (Foto: ProSieben_Willi_Weber/picture-alliance / obs)

Der Schreibtischtyrann kommt ins Kino – und ist so fies wie eh und je. Vielleicht sogar noch fieser.

Von Bernhard Heckler

Einundzwanzig Jahre ist es her, dass zum ersten Mal eine wackelige Handkamera dem Abteilungsleiter Schadensregulierung M-Z, Bernd Stromberg, und seinen Untergebenen in das Innere der Capitol-Versicherung gefolgt ist. Sie sehen: Richtig jung sah er noch nie aus. Das silberne Armband trägt er auch in der fiktionalen Gegenwart. Über fünf Fernsehstaffeln und zwei Kinofilme wurde Bernd Stromberg zur Ikone eines politisch unkorrekten, toxischen Chefs, dessen Ausfälle, Unverschämtheiten und Peinlichkeiten beim Zuschauen eine Gänsehaut erzeugten wie später höchstens noch das Format „Jerks“ von Christian Ulmen. Inzwischen sind Ulf und Tanja von Kollegen zu einem Ehepaar in der Krise geworden. Der von allen drangsalierte Berthold „Ernie“ Heisterkamp wirkt nun als Anti-Mobbing-Coach. Die gute Seele des Büros, Erika, ist den Serientod gestorben – Herzinfarkt. Und Bernd Stromberg? Ist im aktuellen Kinofilm vielleicht so weit entfernt vom Prädikat gute Seele wie noch nie.

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