"Sensationell!" "Extraordinaire!" schrieben die Kritiker 1902, als "Die Reise zum Mond" in die Stummfilmkinos kam, das Meisterwerk des französischen Regisseurs Georges Méliès, gedreht nach Motiven des berühmten Buchs von Jules Verne (1873). Der verlockend nah erscheinende Erdtrabant hatte die Menschen von je her fasziniert. Méliès erlaubte sich freilich komödiantische Freiheiten: So landet die von einer Riesenkanone abgefeuerte Raumkapsel, wie diese zeitgenössische Darstellung zeigt, im linken Auge des Mondgesichtes (es ist über die Störung wenig erfreut, wie die Mondfahrer dann erleben müssen). Die wirkliche Mondlandung gelang 1969 den Amerikanern, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Die Sowjets waren abgeschlagen. In dieser Woche gewann Indien ein neues Rennen zum Mond: Die unbemannte Sonde Chandrayaan-3 setzte erfolgreich auf. Dass wenige Tage zuvor eine russische Mission gescheitert war, sagt sehr vieles - nicht über den Mond, sondern über den Wandel hier unten auf der Erde.
MeinungGeschichtsbildAuf zum Mond

Von Joachim Käppner

1902: Als Georges Méliès die Raumfahrt ins Kino brachte. 121 Jahre später schreibt Indien ein neues Kapitel der Reisen zum Erdtrabanten
