Der Bundesnachrichtendienst (BND) stellt sich oft selbst als große Maschine dar, die Daten frisst und immer mehr Befugnisse für immer mehr ausgeklügelte technische Methoden braucht. Aber das Versagen des Geheimdiensts im Fall des syrischen Islamisten, der vor wenigen Tagen in Dresden zwei schwule Männer attackiert und einen von ihnen erstochen hat, führt vor Augen: Am Ende kommt es doch auf Menschen an. Darauf, was diese mit den Daten überhaupt anzufangen wissen.
Im Fall von Dresden hatten die BND-Agenten vor dem Anschlag einen Tipp aus dem Ausland erhalten. Die Agenten hätten dem Hinweis nachgehen, sie hätten noch mehr herausfinden können. Stattdessen geschah, was ähnlich schon in den Wochen vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor vier Jahren geschehen ist: Der Hinweis aus dem Ausland blieb liegen. Das darf nicht passieren.
Dass der BND auch mit seinen bisherigen - im Vergleich zu den US-Abhörgiganten - beschränkten technischen Überwachungsbefugnissen viel mehr Erkenntnisgewinn produzieren könnte, wenn er nur mehr oder bessere Mitarbeiter beschäftigen würde, ist nicht nur wahrscheinlich. Es ist sicher. Vielleicht wäre das nach den Jahren der technischen Aufrüstung mal eine sinnvolle neue Stoßrichtung für Reformen.