Als seien die Gräben nicht tief und der Hass nicht groß genug, meldet sich auch noch der Zündler aus Ankara zu Wort. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan schürt mit wenigen Sätzen gezielt einen Konflikt, den Politiker wie er von einem israelisch-palästinensischen Krieg in einen westlich-muslimischen Kulturkampf verwandeln möchten. Erdoğan ist ein von klarem Kalkül getriebener Unruhestifter. Er stilisiert sich zum Sprecher und Anführer der muslimischen Welt. Deshalb hetzt er die Türken vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs und der Hamas-Massaker vom 7. Oktober instinktsicher auf. Israel sei "nur eine Schachfigur", die geopfert werde, "wenn der Tag kommt". Die Hamas-Terroristen seien "Freiheitskämpfer".
MeinungGazaLeid und noch mehr Leid

Kommentar von Tomas Avenarius
Lesezeit: 3 Min.

Bei einem Krieg auf so kleiner Fläche werden sehr viele Unschuldige ums Leben kommen. Die Verantwortung dafür liegt bei der Hamas. Das kann aber kein Grund sein, auf Empathie zu verzichten angesichts toter palästinensischer Zivilisten. Israel muss auf Mäßigung achten.
