„Ich war gut in Hölderlin.“ So hat der Kanzler Helmut Kohl einst im Interview sein Verhältnis zur Kultur erklärt. Über das Verhältnis seines Nach-Nach-Nachfolgers Friedrich Merz zur Kultur ist noch wenig bekannt. Da er sich einst, in seiner Vor-Merkel-Zeit, als kurzzeitiger Fraktionschef der Union im Bundestag, gern über eine „deutsche Leitkultur“ verbreitet hat und von den Migranten in Deutschland die Einordnung in diese Leitkultur gefordert hat, könnte es gut sein, dass er „gut in Grimms Hausmärchen“ ist. Es gibt jedenfalls in dieser Sammlung ein sehr eigentümliches Märchen, das von einem handelt, „der auszog, das Fürchten zu lernen“, aber dann dafür ziemlich lange braucht. Das passt irgendwie zu Merz.
MeinungFriedrich MerzVon einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
Kolumne von Heribert Prantl
Lesezeit: 4 Min.

Ob es ihn schon gruselt, das neue Amt? Bundeskanzler Friedrich Merz.
Liesa Johannssen/REUTERSWofür steht der neue Kanzler? Nur für Grimms Hausmärchen oder auch für die Poetik des Aristoteles? Das entscheidet sich daran, ob Merz einen Verbotsantrag gegen die AfD wagt.
