Unter den vielen Merkmalen, welche die Kanzlerschaft des Friedrich Merz von der seines Vorgängers unterscheiden, sticht eines heraus. Als Russland die Ukraine überfiel, traf das Kanzler Olaf Scholz nahezu unvorbereitet. Über Jahre hatte die deutsche Politik die übergroßen Anzeichen für das kommende Unheil ignoriert. Scholz musste sich daran messen lassen, ob und wie schnell er sich auf die fundamental veränderte Lage einstellt. Dieses Überraschungsmoment fehlt in der Merz-Kanzlerschaft. Der Rauswurf des ukrainischen Präsidenten aus dem Oval Office und die rechtsradikale Münchner Rede von Vizepräsident J. D. Vance fielen in die Zeit vor der deutschen Regierungsbildung. Von da an, nicht erst jetzt mit dem schamlosen Griff Donald Trumps nach Grönland, war mit dem Schlimmsten zu rechnen.
MeinungGrönland-KriseTrump ist eine Aufgabe, die zu groß für einen deutschen Kanzler ist

Kommentar von Daniel Brössler
Lesezeit: 3 Min.

Friedrich Merz hat immer auf einen guten Draht zum US-Präsidenten gesetzt. Dafür gab es Gründe. Je irrwitziger der aber agiert, desto klarer wird: Die Politik der Selbstverleugnung muss ein Ende haben.

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