Dass Friedrich Merz am vergangenen Dienstag im ersten Wahlgang nicht zum Bundeskanzler gewählt wurde, daran waren 18 Abweichler schuld. 18 Menschen von Union und SPD, die ihn hätten wählen sollen, verweigerten ihm die Zustimmung. Wer sie waren, weiß man (noch) nicht, denn die Wahl war geheim. Der größte Teil von ihnen änderte zudem im zweiten Wahlgang seine Meinung. Nur drei blieben standhaft, was nicht reichte, um Friedrich Merz als Kanzler zu verhindern. Die drei bekannten sich auch nicht öffentlich. Wie feige! Ganz anders Dagmar Metzger, Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Evers im Jahr 2008. Einen Tag vor der geplanten Wahl Andrea Ypsilantis (SPD) zur hessischen Ministerpräsidentin verweigerten sie ihr öffentlich die Gefolgschaft – per Pressekonferenz. Sie führten Gewissensgründe an. Die Wahl wurde daraufhin abgesagt, Ypsilanti wurde nie Ministerpräsidentin. Keiner der Abweichler wurde wieder aufgestellt, als der Landtag kurz darauf neu gewählt wurde. Zwei von ihnen sind heute nicht einmal mehr Mitglied der SPD.
GeschichtsbildDie Abweichler, die sich bekannten

18 Menschen aus Union und SPD verweigerten Friedrich Merz im ersten Wahlgang ihre Stimme. Und erklärten sich nicht. Ganz anders die vier Abgeordneten, die 2008 in Hessen eine Ministerpräsidentin Ypsilanti verhinderten.
Von Lisa Nienhaus