Die Freien Sachsen sind ein Produkt der Pandemiezeit. Gegründet wurden sie am 26. Februar 2021 mit dem Ziel, Corona-Maßnahmen abzuschaffen. Jetzt wirbt die etwa 1200 Mitglieder starke Partei für die Freiheit des Einzelnen sowie die Unabhängigkeit Sachsens. Bei aller Liebe zu Sachsen positioniert sie sich international: Sie fühlt sich Ungarn, Tschechien oder der Slowakei näher als der Bundesrepublik, nach Russland reiste schon eine Delegation. Das Thema Remigration vesteht sie noch ganz anders als die AfD: Sie fordert, Behördenmitarbeiter aus Westdeutschland zurückzuschicken. Zur AfD pflegt man ein zwiespältiges Verhältnis – erlaubt aber eine Doppelmitgliedschaft. Der Verfassungsschutz sieht die Partei als „Gruppierung von Neonationalsozialisten“, die sich als Mobilisierungsmaschine verstehe, weshalb in Sachsen 2024 die meisten rechtsextremistischen Veranstaltungen in Deutschland stattgefunden hätten – dank gezielter Social-Media-Kampagnen auf X oder Telegram. Am Sonntag verlor Vize-Parteichef Stefan Hartung die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Aue-Bad Schlema, wobei die Briefwahl den Ausschlag gab. Darauf forderte er auf X deren Abschaffung.
Aktuelles LexikonWer sind die Freien Sachsen?

Regionale Partei mit neonationalsozialistischer Ausrichtung, deren Oberbürgermeisterkandidat in Aue-Bad Schlema am Sonntag die Stichwahl verloren hat.
Von Johanna Pfund